Markus Franz


von Menschen, über Menschen, für Menschen


Trainer für Reden und Texte, Redenschreiber

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Lob und Preis

„Markus Franz war Chefredenschreiber während meiner Kanzlerkandidatur 2012/2013. Er schreibt bildreich, aber nicht überladen, spannungsgeladen, aber nicht effektheischend, erzählend, aber nicht geschwätzig – kurzum: Er kann es! ”
Peer Steinbrück

„Markus Franz ist als Dozent ein Glücksfall. Vor allem hat er den schmalen Grad zwischen rein professionellen Ansprüchen und dem Vermitteln einer bestimmten Berufsethik grandios gemeistert.“
Isabelle Drexler, Sparda-Banken-Verband

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Buch - Lehrer, ihr müsst schreiben lernen!
Buch - REDEN SCHREIBEN WIRKEN

 

Tipps für Redenschreiber und Redner

Wie wichtig sind gute Reden?

Von Deiner Rede hängt ab, ob die Zuhörer Dich als Wichtigtuer, arroganten Sack, Bürokraten oder einfach nur als Langweiler beurteilen. Du kannst allerdings auch dafür sorgen, dass Dich die Zuhörer für einen guten Typen halten.

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Manchmal sage ich, wenn ich Redemanuskripte gelesen habe: Ich kenne Euch schon von Eurer Rede her... Gelogen. Die meisten Reden in Deutschland sind austauschbar. Sie sind langweilig, oberflächlich, ohne Herz. Ob ein Mann redet oder eine Frau. Eine Junger oder ein Alter. Ein Mensch oder ein Computer? Man weiß es nicht. Als Langweiler kommt Ihr noch vergleichsweise gut weg. Das sind die meisten deutschen Redner. Um so leichter ist es, aus der Masse hervorzustechen. Und wie gut tut es, wenn Euch nach Eurer Rede die Leute auf die Schultern klopfen. Oder Euch einfach nur ehrlich anlächeln. Gute Reden können die Welt verändern ("I have a dream" von Martin Luther King). Aber es reicht ja schon, wenn die Zuhörer von Euch oder Euren Rednern denken: das ist doch mal eine gute Frau. Oder ein guter Typ.

Was macht eine gute Rede aus?

Der Unterschied einer Rede zu einem Text besteht darin, dass ein Mensch vor Menschen steht. Was ergibt sich daraus für die Rede? Redet als Mensch über Menschen, für Menschen.

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Sagt den Zuhörern, wie es ihnen nutzen kann, was Ihr ihnen erzählt.
Beispiel: Sagt den Zuhörern nicht: "Bei uns dauert es nur noch 20 statt 24 Stunden bis eine Blutprobe analysiert ist." Sondern sagt ihnen: "Stellen Sie sich vor, Sie sind krank. Es ist was Ernstes. Bei uns warten Sie nur noch 20 statt 24 Stunden auf das Ergebnis Ihrer Blutprobe. Das kann Ihr Leben retten." Und wenn Ihr Euch selbst mit einbringen könnt, um so besser: Sagt dann: "Ich weiß es noch wie heute. Eine Neunjährige, sie hatte..."

Was macht einen guten Rhetoriker aus?

Leichter wäre die Frage: Was macht einen guten Apfelkuchen aus? Die meisten von uns haben schon mal guten Apfelkuchen gegessen. Aber wer hat schon mal in Deutschland eine gute Rede gehört?

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Wer ist ein guter Rhetoriker?
Na?
Gregor Gysi.
Warum?
Er wirkt natürlich. Nicht so abgehoben. Verständlich. Hat Mumm. Sagt, was nicht jeder hören mag. Sagt es glaubwürdig. Humorvoll. Und nicht langweilig. Wenn Ihr das auch so seht, dann macht es einfach nach. Schwer? Versucht es wenigstens! Und ich sag Euch was: Wenn Ihr es wirklich ernsthaft versucht, dann schafft Ihr es auch. Ja, dafür müsst Ihr was geben: Euch anstrengen, wahrhaftig sein, mutig sein. Nur wenn Ihr was gebt, werdet Ihr auch was bekommen. Aber das ist ja wohl nicht zu viel verlangt.

Wie werde ich ein guter Redenschreiber?

Tja, so billig wie mit ein paar handwerklichen Regeln kommt Ihr nicht davon. Ihr müsst schon ein besserer Mensch werden. weiter

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Es fängt damit an, dass Ihr beherzigt, was mir meine Oma schon immer gesagt hat, ja, ja, Oma: Ohne Fleiß kein Preis. Stimmt. Strengt Euch also an: beim Stoffsammeln, beim Nachdenken und beim Schreiben. Seid wahrhaftig, denn nur so werdet Ihr wahrgenommen. Wagt etwas, damit Ihr wirkt. Drückt Euch verständlich aus, statt elitär. Und untersteht Euch, zu langweilen. Beherzigt dabei, dass Menschen vor allem an Menschen interessiert sind.

Checkliste für Reden. 25 Fragen, die Ihr Euch stellen solltet

Eine gute Rede ist wie ein guter Cocktail. Die Mischung macht's.

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Ihr müsst natürlich nicht alles in eine Rede packen. Lest Euch diese Checkliste vor einer Rede durch, hakt an, was Ihr Euch dafür vornehmt und vergleicht am Schluss, was Ihr davon verwirklicht habt.

  • Spreche ich das Publikum an?
  • Habe ich etwas Neues zu sagen?
  • Bringe ich eine Botschaft?
  • Informiere ich?
  • Überrasche ich?
  • Biete ich Gesprächsstoff?
  • Ist die Rede nie langweilig?
  • Regt die Rede zum Klatschen an?
  • Klingt die Rede nach dem Redner?
  • Spreche ich von Menschen?
  • Steht der Mensch im Mittelpunkt der Rede?
  • Ist klar, was die Zuhörer von meiner Rede haben?
  • Rege ich wenigstens einmal zum Schmunzeln an?
  • Wecke ich Emotionen?
  • Zeige ich, dass ich mich für meinen Stoff begeistere?
  • Gebe ich etwas von mir preis?
  • Ist die Rede durchweg leicht verständlich?
  • Bringe ich Beispiele oder Anekdoten?
  • Zitiere ich?
  • Erzähle ich eine Geschichte wie am Lagerfeuer?
  • Argumentiere ich und messe mich am stärksten Gegenargument?
  • Untermauere ich mein Wissen durch Zahlen und Fakten?
  • Spreche ich von Werten?
  • Vermittele ich Hoffnung?
  • Erfüllt die Rede ihren Zweck?

Wie bekämpfe ich als Redner mein Lampenfieber?

Es gibt vielerlei Atemübungen. Kenne ich alle. Habe ich noch nie gemacht. Was ist denn die Ursache der Nervosität? Dass Ihr Euch nicht sicher seid, dass die Rede gut genug ist. Also schreibt eine gute Rede.

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Glaubt bloß nicht, Ihr kommt mit ein paar Atemübungen vom Rhetoriktrainer davon. Schreibt so lange an der Rede, bis sie gut ist. Dann gibt's auch keinen Grund, nervös zu sein. Notfalls redet Ihr halt nicht frei. Dann gibt es auch keinen Grund mehr, nervös zu sein. Es ist ja wohl nicht zu viel verlangt, eine gute Rede vernünftig vorzutragen. Muss man halt üben. Nur, wer nicht vom Blatt redet, wie es sein sollte, hat Grund nervös zu sein. Aber man muss ja nicht. Außerdem ist es nicht zu viel verlangt, sich das Wichtigste zu merken. Die Rede muss dann allerdings so vorbereitet sein, dass sich das Wichtigste merken lässt. Dazu muss erstmal was Wichtiges drinstehen. Das ist in der Tat bei den allermeisten Reden nicht der Fall. Also strengt Euch vorher an. Dann wird's schon gut gehen.

Wie trete ich als Redner auf?

Glaubt bitte nicht den Zynikern, die Euch weismachen wollen, es käme überwiegend auf die Art des Vortrags an. Worauf läuft das hinaus? Dass wir den Zuhörern etwas vormachen können?

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Klar, Ihr solltet das Publikum anschauen. Aber das tut Ihr automatisch, wenn Ihr eine gute Rede habt, in der Ihr Euch an das Publikum richtet. Klar, Ihr solltet Eure Hände natürlich einsetzen. Aber das tut Ihr automatisch, wenn Ihr was beschreibt. Klar, Ihr solltet Sprechpausen machen. Aber das tut Ihr automatisch, wenn Fragen ans Publikum in Eure Rede eingebaut sind. Tretet vor die Menschen und redet zu Ihnen.

Was macht das Handwerk des Redenschreibens aus? 12 Tipps.

Das Handwerk des Schreibens ist leicht zu lernen. Schwer ist nur, sich dazu durchzuringen. Manche klagen: Ich schreibe so lange Sätze. Ich antworte: Dann schreib doch gefälligst kurze Sätze. Dafür brauchst Du keinen Trainer. Setz einfach mehr Punkte.

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  • Kurze Sätze schreiben
    9 Wörter pro Satz sind laut Nachrichtenagentur dpa die Obergrenze optimaler Verständlichkeit.
  • Aktiv schreiben
    Also nicht: Es wird gefordert... Besser: X fordert ...
  • Wertende Adjektive meiden
    Beschreiben ist besser. Werten sollen die Leser allein
  • Verben statt Hauptwörter verwenden
    Statt: Ich habe die Erwartung, dass XY zurücktritt: Ich erwarte, dass XY zurücktritt
  • Verben nach vorn
    Also nicht: Außerdem fordert X, den Hochfrequenzhandel, also das von Computerprogrammen im Nanosekundenbereich betriebene Wertpapiergeschäft zu verbieten. Besser: X fordert, den Hochfrequenzhandel zu verbieten, also das...
  • Wörter mit "ung" am Ende meiden
    Die Verteilung der Mittel erfolgt durch den Gemeinderat Besser: Der Gemeinderat verteilt die Mittel
  • Wortungetüme meiden
    Also nicht: Technologieführerschaft, Mindestabnahmeverpflichtung, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Selbstregulierungsmaßnahme
  • Nicht mehr als 5 Hauptwörter pro Satz
    Also nicht: Im Rahmen des Compliance Programms werden unter anderem Grundsätze und Maßnahmen auf Grundlage der identifizierten Risiken zur Begrenzung dieser Risiken und zur Vermeidung von Verstößen entwickelt.
  • Hauptsachen in Hauptsätze
    Also nicht: Ich bin gestern ganz schön ins Schwitzen geraten, weil unser Haus abgebrannt ist. Besser: Gestern ist unser Haus abgebrannt. Dabei bin ich ganz schön ins Schwitzen geraten
  • Fremdwörter, Abkürzungen, abstrakte Begriffe meiden
    Also nicht: Austerität, EZB, Demokratiedefizit
  • Aufzählung von Wörtern meiden, die ähnliches bedeuten
    Also nicht: Nur im Gespräch, offen und ehrlich, wo notwendig auch kritisch, können das Bewusstsein und das Verständnis wachsen.
  • Subjekt, Prädikat, Objekt
    Die Königsregel. Mit ihr lassen sich selbst komplizierte Sätze einfach umschreiben. Ihr beherzigt damit zugleich mehrere Tipps: Kurz fassen. Aktiv schreiben. Verben statt Hauptworte. Verb nach vorn. "ung"-Wörter meiden. Beispiel: In Israel und anschließend in Ägypten, Libanon, Jordanien, Saudi-Arabien und Syrien wollen die USA Möglichkeiten für eine Wiederaufnahme der Friedenskonferenz von Genf erkunden. Besser: Die USA erkunden die Chance, die Friedenskonferenz von Genf wiederzubeleben. Zunächst in Israel und anschließend in Ägypten, Libanon, Jordanien, Saudi-Arabien und Syrien.

Wie schreibe ich für andere Reden?

Gar nicht so einfach, sich auf den Stil eines Redners einzulassen. Da aber die wenigsten Redner in Deutschland einen eigenen Stil haben, ist es auch egal. Schreibe also einfach was Gutes. Das kriegt der Redner dann schon hin.

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Ihr solltet aber so viel wie möglich über Eure Redner wissen:

  • Wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden wollen.
  • Wofür sie stehen.
  • Was sie antreibt.
  • Wo sie in 5 Jahren stehen wollen.

Das wissen Eure Redner meistens selber nicht. Aber sie wissen es hoffentlich zu schätzen, dass Ihr sie darauf bringt.

Was Ihr außerdem von Euren Rednern wissen solltet:

  • Was sind ihre Stärken?
  • Was sind ihre Schwächen?
  • Wie wollen sie mit diesen Schwächen umgehen?
  • Sind sie selbstkritisch?
  • Mögen sie Selbstironie?
  • Wie differenziert sind sie?
  • Wollen sie auf Gegenargumente eingehen?
  • Wie halten sie es mit Haudrauf gegenüber Konkurrenten?
  • Wie persönlich wollen sie sich geben?
  • Wie emotional wollen sie sein?
  • Wie wichtig sind ihnen Zahlen und Fakten?
  • Wie wichtig ist ihnen Humor?

Redner, die Euch darauf keine Antwort geben, sollten ihre Reden selber schreiben.
Wenn Ihr das alles wisst, könnt ihr anfangen. Viel Spaß.

Wie arbeiten Redenschreiber und Redner zusammen?

Am besten eng. Wenn Eure Redner zu blöd sind, das zu kapieren, müsst Ihr Euch eben anders behelfen. Zum Beispiel durch böse Briefe.

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Wenn ich schon meine Reden von anderen schreiben lasse, dann sollte ich ihnen wenigstens sagen, worum es mir geht. Wenn Eure Redner nicht auf Euch zukommen, müsst Ihr auf Eure Redner zukommen. Rückt ihnen auf die Pelle. Schreibt ihnen notfalls Briefe, in denen Ihr sie darauf hinweist, was sie besser machen können. So habe ich es mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück getan. Entwickelt ein Verhältnis zueinander. Und werdet gemeinsam besser.

  • Hört Euch Reden Eurer Redner vor Ort an.
  • Klärt, dass und wie Ihr Feedback erhaltet.
  • Klärt, dass Ihr Euren Rednern nicht nur gute Reden schreibt, sondern sie zu besseren Rednern machen wollt.
  • Klärt, dass die Redevorbereitung in Stichworten Mist ist!
  • Kein Powerpoint! Dazu ein eigenes Kapitel

Natürlich müssen Eure Redner Eure Rede üben. Nicht im Auto, im Zug, im Flugzeug oder zu Pferde. Sondern im Stehen, zum Beispiel in ihrem Büro.
Keine Widerworte.

Wie lang ist eine gute Rede?

Kurz.

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Ja. So kurz wie möglich. So lang wie nötig. Das kann auch eine Stunde sein. Wenn Ihr diese Zeit wirklich brauchen solltet, um Euer Anliegen rüber zu bringen. Und wenn die Rede so gut sein sollte, dass Euch die Zuhörer tatsächlich bis zuletzt gerne folgen.
Also schreibt Reden möglichst nicht länger als für 20 Minuten.

Wie kann ich eine Rede schneller schreiben?

Mit dem Diktiergerät. Ja, probiert es mal aus. Die Buchstaben erscheinen auf dem Papier, bevor Ihr sie überhaupt ausgesprochen habt. Ok, ich scherze. Mein Ernst ist: schreibt mit Herz.

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Reden sind wichtig. Reden zu schreiben ist eine Kunst. Also nehmt Euch die Zeit, die es dafür braucht. Ein Auto könnt Ihr auch nicht in zwei Stunden zusammenschrauben. Und ein Flugzeug in drei. Es gibt nun mal physikalische Grenzen.
Es gibt aber einiges, was sehr dabei hilft, schneller zu schreiben:

  • schreibt nur, was Euch selbst interessiert. Also keinen langweiligen Mist.
  • schreibt aus dem Herzen
  • seid wahrhaftig
  • schreibt, was Euch bewegt,
  • schreibt nur, wovon ihr was wisst
  • erzählt gute Geschichten
  • habt gute Geschichten auf Vorrat

Wie mache ich die Gliederung für eine Rede?

Ha. Reingefallen. Ich wollte Euch nur locken, rein zu lesen. Ihr gehört also auch zu denen, die glauben, mit einer Gliederung sei etwas gewonnen?

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In der Schule haben wir das Gliedern ja so gelernt:
Einleitung. Hauptteil. Schluss
Und jetzt?
Oder wie wär's mit dem klassischen Fünfsatz-Modell für eine Gliederung?

  • Einleitung
  • Fakten
  • Argumente
  • Folgerung
  • Schluss
Gute Rede, oder?

Wirklich gut ist ein roter Faden. Dafür habe ich zahlreiche Beispiele, die hier den Rahmen sprengen würden. Aber denkt zum Beispiel an "Yes we can" von Barack Obama.

Wie mache ich Powerpoint?

Am besten gar nicht.

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Der Projektor brummt, der Raum ist verdunkelt, die Vortragenden stehen vom Publikum abgewandt und sprechen nach, was auf der Leinwand steht.
Eine Rede ist ein Gespräch mit dem Publikum. PowerPoint ist ein Gespräch mit der Leinwand.

Powerpoint ist was für Leute, die sich nicht zutrauen, Reden zu halten. Es gibt natürlich Ausnahmen. Wenn Powerpoint tatsächlich etwas leistet, was die Rede nicht kann. Also werft nur an die Leinwand, was Ihr nicht genauso gut erzählen könnt. Beherzigt jedenfalls folgendes:

  • Nur eine Botschaft pro Folie
  • Nur Stichworte oder einprägsame Zahlen
  • Informationen dann einblenden, wenn sie im Vortrag vorkommen
  • Keine starren Grafiken
  • Der Vortragende spielt die Hauptrolle, nicht die Folie
  • Niemals Folien nur ablesen
  • Blickkontakt halten. Mindestens 90 % der Redezeit Kontakt zum Publikum
  • Den Zuschauern Handouts geben, mit all den Informationen, die den Powerpoint-Vortrag überladen hätten

Wie sammele ich Ideen für meine Reden?

Ohne Input, kein Output. Auf Deutsch: wenn Ihr nichts reinstopft, kann auch nichts rauskommen.

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Cato sagt es eleganter: "beherrsche die Sache, dann werden die Worte schon folgen." Mit der Nennung dieses römischen Weisen habe ich hoffentlich nachgewiesen, dass auch ich hinreichend gebildet bin.
Recherchiert also: Beim Veranstalter, bei Kollegen, beim Taxifahrer, bei der Familie, im Internet. Am besten, Ihr legt Euch ein eigenes Archiv an. Ich habe eine Schatzkiste. Die nenne ich so, weil ich da vieles reinschreibe, was ich für eine Rede später mal gebrauchen kann.

Wie schreibe ich über das immer gleiche Thema?

Ich weiß, das quält Euch alle. Ihr hängt seit Jahren im selben Job fest. Müsst immer wieder das gleiche Produkt an die Kunden bringen. Und immer wieder ist Weihnachten und Ostern und ein Jubiläum. Tja, es gibt da einen Tipp von 1889. Er ist von Rosa Luxemburg.

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"Ich bin unzufrieden mit der Art und Weise, wie man in der Partei meistens die Artikel schreibt. Es ist ja alles so konventionell, so hölzern, so schablonenhaft. Unser Geschreibsel ist meistens kein Lied, sondern farbloses und klangloses Gesurr, wie der Ton eines Maschinenrades. Ich glaube, die Ursache liegt darin, dass die Leute beim Schreiben meistenteils vergessen, in sich tiefer zu greifen und die ganze Wichtigkeit und Wahrheit des Geschriebenen zu empfinden. Ich glaube, dass man jedes Mal, jeden Tag, bei jedem Artikel wieder die Sache durchleben, durchfühlen muss, dann würden sich auch frische, vom Herzen und zum Herzen gehende Worte für die alte, bekannte Sache finden... Ich nehme mir vor, beim Schreiben nie zu vergessen, mich für das Geschriebene jedes Mal zu begeistern und in mich zu gehen."

Also, geht in Euch. Und lasst es jedes Mal wieder aufs Neue krachen. Denn jeden Tag, jede Woche, jeden Monat fühlt man sich anders. Und immer ist wieder was Neues passiert, ist man ein Schrittchen weiter. Lasst Eure Zuhörer daran teilhaben.

Wen muss ich bei einer Rede grüßen?

Meine Antwort auf diese Frage wird Euch nicht gefallen: grüßt jedenfalls keine Promis. Wir leben schließlich nicht mehr im preußischen Obrigkeitsstaat.

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Deshalb erübrigt sich auch die anschließende Frage, in welcher Reihenfolge Ihr die Promis grüßen sollt. Ich finde das Grüßen von angeblich wichtigen Leuten langweilig, elitär und vor allem unhöflich: Der überwiegenden Mehrheit gegenüber, die nicht gegrüßt wird. Die sicherste Methode, um niemanden zu verärgern, ist, niemanden zu grüßen. Ich räume ein, ich bin mit dieser Ansicht meiner Zeit voraus. Eure Chefs werden Euch einen Vogel zeigen. Deshalb eine Alternative: Grüßt Leute aus dem Publikum, die nicht jeder kennt, die sich aber verdient gemacht haben. Jemand aus dem Betrieb, aus dem Ortsverband, dem Sportverein.

Wie fange ich eine Rede an?

Die Einleitung ist abgeschafft, sagt Wolf Schneider. Richtig so. Schreibt Euch von mir aus erst mal warm, aber dann schmeißt das weg.

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Das Warmmachen zählt beim sportlichen Wettkampf ja auch nicht. Beherzigt William Faulkner: Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt den zweiten Satz lesen will. Und dann einfach immer so weiter. Fangt also eine Rede über die Finanzmärkte zum Beispiel wie folgt an:
Sehr geehrte Damen und Herren, am 6. Mai 2010 sackte der Dow-Jones innerhalb weniger Minuten um fast tausend Punkte. Grund dafür könnte ein sogenannter "fat finger" gewesen sein. Ein Händler hat die falsche Taste erwischt. Statt B wie Billion, M wie Million. Die computergesteuerten Handelsprogramme setzen daraufhin eine Abwärtsspirale in Gang. Ein Börsenhändler vertippt sich und die Welt steht am Rand einer finanziellen Katastrophe. Das zeigt doch, welch zweifelhaften Spielregeln wir uns ausgeliefert haben.
Die Rede kann nun gar nicht mehr schlecht werden. Zahlreiche weitere Beispiele findet Ihr in meinem Buch "reden schreiben wirken – und ganz nebenbei ein besserer Mensch werden".

Wie bringe ich das Publikum zum Klatschen?

Keine Bange. Ganz einfach. Eine rein handwerkliche Geschichte. Ihr müsst dafür nicht mal kreativ sein.

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Handwerklich geht es so: Am Ende des Absatzes nach dem geklatscht werden soll, steht ein kurzer Satz. Mit dem Wichtigsten am Schluss.
Beispiel: "So schaffen wir hier rund 100 neue Arbeitsplätze und gewährleisten mit unseren Mitteln die Versorgung des Weltmarkts für den gesamten Unternehmensverband."
Klatscht jemand? Nein. Am Schluss muss stehen: "Und deshalb schaffen wir hier rund 100 neue Arbeitsplätze." Jetzt klatschen alle.

Wie bringe ich das Publikum zum Lachen?

Durch hemmungsloses übertreiben: "Wie ist der Grand Canyon entstanden? Ein Schwabe hat ein 10-Cent-Stück verloren."

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Letztlich ist es immer der Überraschungseffekt, der das Lachen auslöst. Zu diesem Thema habe ich ein eigenes Seminar entworfen. "Humor in Rede und Statement – amüsant schreiben, schlagfertig reagieren".

Wie schreibe ich einen guten Schluss?

Schön finde ich, wenn am Ende einer Rede keine Klappe fällt, wie ein Sargdeckel. Wenn nach der Rede etwas beginnt.

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Am Schluss der Rede sollten sich die Zuhörer animiert fühlen, etwas zu tun: ob zu singen, zu tanzen oder die Welt zu verbessern. Ronald Reagan beendete mal eine Rede am Brandenburger Tor mit den Worten: Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall! So kam's. Und viele Berlinerinnen und Berliner halfen mit.